Date-Ideen in München: 10 Orte, an denen ein Date leicht wird

München hat ein Date-Problem, das nach einem Luxusproblem klingt: Es gibt zu viel. Zu viele Biergärten, zu viele Museen, zu viele Orte, von denen jeder sagt, da müsse man mal hin. Und weil die Auswahl so groß ist, endet die Planung erstaunlich oft bei einem Satz, der nichts entscheidet: „Wollen wir was trinken gehen?“

Das Problem daran ist nicht der Drink. Es ist, dass eine Bar euch beide auf zwei Stühle setzt und ihr euch danach ausschließlich mit Worten aus der Sache ziehen müsst. Ein gutes Date gibt euch etwas zu tun, etwas zu schauen und etwas, worüber man lachen kann, wenn das Gespräch kurz stockt.

Die folgenden zehn Orte sind danach sortiert, wie viel sie euch abnehmen. Alle Angaben haben wir vor der Veröffentlichung direkt auf den offiziellen Seiten der Betreiber geprüft.

Viktualienmarkt am späten Vormittag

Marktstände mit Gemüse und Blumen am Vormittag
Sonntags ist der Markt zu.

Der Viktualienmarkt liegt mitten in der Altstadt und ist von Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr geöffnet, samstags von 8 bis 15 Uhr. Sonntags ist zu. Die einzelnen Händlerinnen und Händler legen ihre Zeiten innerhalb dieses Rahmens selbst fest, wer also sehr früh oder sehr spät kommt, findet weniger Stände offen als gedacht.

Als Date funktioniert der Markt, weil ihr euch bewegt und trotzdem ständig etwas in der Hand habt. Über hundert Stände auf mehr als 18.000 Quadratmetern bedeuten: Ihr müsst kein Thema erfinden, ihr müsst nur weitergehen und zeigen.

Ein einfacher Trick: Jeder von euch sucht zwei Dinge aus, die der andere probieren muss. Das kostet wenig und verrät mehr über einen Menschen als drei Fragen nach Hobbys.

Englischer Garten und die Welle am Eisbach

Weite Parkwiese mit altem Baumbestand und rundem Tempel
376 Hektar, Eintritt frei, ganzjährig geöffnet.

376 Hektar, rund 78 Kilometer Wege, ganzjährig geöffnet und ohne Eintritt. Der Englische Garten ist größer als der Central Park und damit der einzige Ort dieser Liste, an dem ihr euch verlaufen könnt, ohne dass es peinlich wird.

Für ein erstes Date reicht meistens die Runde vom Monopteros zum Kleinhesseloher See. Nebeneinander laufen ist weniger konfrontativ als sich gegenübersitzen, und Blickkontakt entsteht freiwillig statt pflichtbewusst. Wer danach sitzen will, findet am Chinesischen Turm einen der größten Biergärten Bayerns mit rund 7.000 Plätzen.

Die Eisbachwelle am Südende ist seit dem Frühjahr wieder zum Surfen freigegeben, unter Auflagen: Leash-Pflicht und Surfverbot ab 22 Uhr. Zuschauen kostet nichts und ist ein guter Startpunkt. Man steht fünf Minuten an der Brücke, schaut zu, und das Gespräch läuft von allein.

Auf den Alten Peter, 306 Stufen

Enge Holztreppe im Inneren eines alten Kirchturms
306 Stufen bis zur Plattform.

Vom Turm der Stadtpfarrkirche St. Peter am Petersplatz sind es 306 Stufen bis zur Aussichtsplattform. Von April bis Oktober ist täglich von 9 bis 19.30 Uhr geöffnet, letzter Einlass um 19 Uhr. Der Eintritt liegt bei 5 Euro, ermäßigt bei 3 Euro. Reservieren kann man nicht, man stellt sich an.

Oben passiert das, was jede gute Aussicht liefert: Ihr zeigt euch gegenseitig, wo ihr wohnt, wo ihr arbeitet und wo ihr mal gewohnt habt. „Da drüben“ ist ein besserer Gesprächsanfang als die meisten geplanten Fragen.

Zwei Hinweise, die den Abend retten:

  • Der Aufstieg ist eng und geht auf die Waden. Sagt vorher Bescheid, wenn ihr nicht schwindelfrei seid.
  • Plant danach nichts Aufwendiges. Der Marienplatz ist zwei Minuten entfernt, von dort geht alles.

Pinakothek der Moderne

Heller Museumsraum mit weißen Wänden und Oberlicht
Sonntags kostet der Eintritt einen Euro.

Barer Straße 40, täglich außer Montag von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr. Der reguläre Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 7 Euro, unter 18 Jahren ist er frei. Sonntags kostet er 1 Euro, was diesen Ort zur günstigsten Verabredung mit Anspruch in der ganzen Stadt macht.

Ein Museum liefert Gesprächsstoff frei Haus, und dieses Haus besonders, weil es vier Sammlungen unter einem Dach hat: Kunst, Grafik, Architektur und Design. Wer mit Malerei wenig anfangen kann, findet zwei Stockwerke weiter Stühle, Lampen und Autos.

Traut euch, nicht alles anzuschauen. Zwei Räume und danach ein Kaffee sind ein besseres Date als sechs Räume und Rückenschmerzen. Die Frage nach dem Lieblingsstück klingt harmlos, zwingt aber beide zu einer Entscheidung und danach zu einer Begründung.

Ein Kaffee bei Man Versus Machine

Gemütliche Kaffeebar mit Holztheke und warmem Licht
Vierzig Minuten, wenig Druck, guter Kaffee.

Die Rösterei betreibt inzwischen mehrere Cafés in der Stadt. Am unkompliziertesten für ein erstes Treffen sind die Standorte in der Müllerstraße 23 im Glockenbachviertel und in der Schellingstraße 18 in der Maxvorstadt, beide von Montag bis Freitag ab 8 Uhr geöffnet.

Ein Kaffee ist das ehrlichste erste Date, das es gibt. Er dauert vierzig Minuten, kostet wenig, und niemand muss sich einen ganzen Abend freihalten. Genau das nimmt den Druck raus: Wenn es nicht passt, hat keiner von beiden viel investiert.

Wenn es gut läuft, verlängert ihr einfach. Vom Glockenbachviertel sind es zehn Minuten zur Isar, von der Maxvorstadt fünf Minuten zu den Pinakotheken.

Bouldern in der Boulderwelt München Ost

Boulderhalle mit bunten Griffen und dicken Matten
Vorkenntnisse braucht ihr keine.

Die Halle in der Hanne-Hiob-Straße 4 hat nach eigenen Angaben an 365 Tagen im Jahr geöffnet, werktags ab 6 Uhr, am Wochenende ab 7 Uhr, jeweils bis 23 Uhr. Schuhe könnt ihr vor Ort leihen, Vorkenntnisse braucht es keine, und für Neulinge gibt es eine eigene Einführung.

Bouldern ist als Date deshalb so stark, weil es die Rollen umdreht. Ihr seid beide schlecht in etwas, ihr scheitert abwechselnd an derselben Wand, und ihr habt einen legitimen Grund, euch gegenseitig zu helfen. Das erzeugt in zwei Stunden mehr Nähe als drei Abende am Bartresen.

Praktisch gedacht: Zieht bequeme Sachen an und esst vorher etwas. Ein Date, bei dem eine Person nach vierzig Minuten unterzuckert, endet früher als geplant.

Botanischer Garten in Nymphenburg

Gewächshaus mit tropischen Pflanzen und Eisenkonstruktion
Die Gewächshäuser retten jeden Regentag.

Der Botanische Garten München-Nymphenburg liegt an der Menzinger Straße 65 und ist täglich geöffnet, außer am 24. und 31. Dezember. Im Sommerhalbjahr sind die Freianlagen von 9 bis 18 Uhr zugänglich, die Gewächshäuser bis 17.30 Uhr. Die Tageskarte kostet 5,50 Euro, ermäßigt 4 Euro, unter 18 Jahren ist der Eintritt frei.

Der große Vorteil gegenüber jedem Park sind die Gewächshäuser. Bei Regen, Kälte oder im November habt ihr trotzdem einen Ort, an dem es warm ist, gut riecht und alle zehn Meter etwas steht, das ihr noch nie gesehen habt.

Über den Südeingang an der Maria-Ward-Straße kommt ihr direkt in den Nymphenburger Schlosspark. Zwei Orte, ein Nachmittag, kein Umsteigen.

Müllersches Volksbad an der Isar

Jugendstil Schwimmhalle mit Bogendecke und Ornamenten
Münchens ältestes Hallenbad, weitgehend im Original.

Das Müllersche Volksbad an der Rosenheimer Straße 1 wurde 1901 eröffnet und ist Münchens ältestes Hallenbad. Es steht direkt an der Isar, und innen sieht es aus wie eine Mischung aus Jugendstil, römischer Therme und Sakralbau: Wandmalereien, Ornamente, historische Umkleidekabinen, weitgehend im Originalzustand.

Schwimmen als allererstes Date ist nicht für jeden etwas. Ab dem dritten oder vierten Treffen ist es dagegen eine der besseren Ideen der Stadt, weil ihr euch bewegt, entspannt und danach beide angenehm müde seid.

Die Zeiten unterscheiden sich je nach Wochentag deutlich, und am Dach wird derzeit gearbeitet. Ein Blick auf die offizielle Seite der Stadtwerke vor dem Losgehen lohnt sich.

Alte Utting am Abend

Altes Ausflugsschiff auf einer Brücke über Bahngleisen
Hinaufgehen, an die Reling stellen, schauen.

Ein ausrangiertes Ausflugsschiff, das auf einer alten Eisenbahnbrücke über der Lagerhausstraße 15 liegt: Die Alte Utting ist der Ort in dieser Liste, der am wenigsten Erklärung braucht und am meisten liefert. Man geht hinauf, stellt sich an die Reling und schaut über die Gleise.

Geöffnet ist von Montag bis Mittwoch ab 16 Uhr, an den übrigen Tagen länger, sonntags schon ab 11 Uhr. An Bord gibt es mehrere Essensstände und wechselndes Programm.

Für ein Date ist die Beiläufigkeit der eigentliche Vorteil. Niemand hat hier reserviert, niemand sitzt fest, und wenn es gut läuft, bleibt ihr einfach länger. Wenn nicht, ist der Weg zur U-Bahn kurz.

Am Flaucher an der Isar

Kiesbank an einem Fluss mit Treibholz im Abendlicht
Grillen nur auf den ausgewiesenen Kiesbänken.

Der Flaucher liegt in den Isarauen im Münchner Süden, rund um den 340 Meter langen Flauchersteg. Die Isar hat hier noch ihren wilden Charakter: Kiesbänke, Nebenarme, Treibholz. Seit 1964 steht das Gebiet unter Landschaftsschutz.

Es ist der entspannteste Sommerabend, den diese Stadt zu bieten hat, und er kostet nichts. Ihr sucht euch eine Stelle am Wasser, setzt euch hin und redet, oder eben auch nicht. Es gibt wenige Orte, an denen sich Schweigen so wenig nach Scheitern anfühlt.

Grillen ist erlaubt, aber nur auf den ausgewiesenen Kiesbänken südlich der Brudermühlbrücke und nur mit Holzkohle- oder Gasgrill. Offenes Feuer ist verboten, zur Vegetation sind zehn Meter Abstand zu halten. Wer sich daran hält, hat einen Abend, den keine Bar schlägt.

Was ein Date in München leichter macht als der Ort

Regennasse Straße mit Spiegelungen an einer Tramhaltestelle
Erreichbarkeit entscheidet mehr als der Ort.

München verändert sich über das Jahr stärker, als es die meisten Listen zugeben. Zwischen Mai und September gehört die Stadt ans Wasser und in die Gärten. Zwischen November und März funktionieren die Innenräume, und ein geplanter Isarspaziergang bei vier Grad ist ein Test, den niemand bestehen muss.

Drei Dinge, die hier regelmäßig Pläne kippen:

  • Der Montag. Viele Häuser haben genau dann geschlossen, die Pinakothek der Moderne zum Beispiel. Prüft es vorher, sonst steht ihr vor einer verschlossenen Tür und müsst improvisieren.
  • Der Sonntag. Der Viktualienmarkt ist zu, viele Läden auch. Dafür sind Parks, Gärten und die Isar an diesem Tag am schönsten.
  • Die Wiesn-Zeit. Von Ende September bis Anfang Oktober ist die halbe Innenstadt voll, und die Bahnen sind es auch. Wer in diesen zwei Wochen ein ruhiges Date will, geht nach Norden oder Westen.

Und drei Dinge, die unabhängig vom Ort über den Abend entscheiden:

  • Erreichbarkeit. Ein Ort, für den eine Person 50 Minuten und zweimal Umsteigen braucht, startet mit einem Minus, das kein Getränk mehr ausgleicht. Trefft euch dort, wo es für beide ungefähr gleich unbequem ist.
  • Ein Ausstieg. Gute erste Dates haben ein natürliches Ende. Ein Museum schließt, ein Markt macht zu. Das ist keine Pessimismusübung, sondern genau das, was beide entspannt: Niemand sitzt fest.
  • Die Ansage vorher. Sagt, wohin ihr geht. Wer in Sandalen zum Bouldern kommt oder in Absätzen an die Isar, ärgert sich, und zwar den ganzen Abend.

Was ihr macht, sagt am Ende weniger über euch aus als die Frage, ob ihr währenddessen entspannt seid. Der Rest ist Kulisse, und München hat davon reichlich.

Wer gerade neu in der Stadt datet oder nach einer längeren Pause wieder anfängt, findet eine Übersicht auf der Seite für Singles in München. Und wenn ihr es ernsthaft angehen wollt, könnt ihr euch kostenlos bei iLove registrieren.